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Gewürzmischungen selber machen: 3 Grundrezepte & Profi-Tipps
Jeder kennt das Problem: Man kocht nach Rezept, und plötzlich werden fünf verschiedene Gewürze in Kleinstmengen verlangt. Eine Prise hiervon, ein halber Teelöffel davon. Am Ende stehen acht Dosen auf der Arbeitsfläche. Die Lösung sind Gewürzmischungen. Sie sparen Zeit, garantieren einen gleichbleibenden Geschmack und bringen Ordnung ins Gewürzregal. Aber lohnt es sich, Gewürzmischungen selber zu machen, oder ist kaufen die bessere Wahl? Wir zeigen Ihnen, worauf es beim Mischen ankommt, welche Fehler Sie vermeiden sollten und teilen drei Grundrezepte, die in keiner Küche fehlen dürfen.
Selber machen oder kaufen?
Die Antwort ist einfach: Beides hat seine Berechtigung. Wer Gewürzmischungen selber macht, hat die volle Kontrolle. Sie bestimmen den Salzgehalt, die Schärfe und können ungeliebte Zutaten einfach weglassen. Zudem ist es eine hervorragende Möglichkeit, Einzelgewürze aufzubrauchen, bevor sie ihr Aroma verlieren.
Auf der anderen Seite stehen komplexe Mischungen wie eine klassische Bolognese Gewürzzubereitung oder ein authentisches Ras el Hanout. Hier sind oft zehn oder mehr Einzelgewürze in fein abgestimmten Verhältnissen nötig. Wenn Sie diese Gewürze nur für eine einzige Mischung kaufen müssten, wäre das nicht nur teuer, sondern auch ineffizient. In solchen Fällen ist eine hochwertige, fertige Mischung ohne Zusatzstoffe die bessere Wahl.
Die 3 goldenen Regeln fürs Mischen
Bevor Sie Mörser und Schüsseln herausholen, sollten Sie diese drei Grundregeln beachten. Sie machen den Unterschied zwischen einer "ganz okayen" Mischung und einem echten Geschmackserlebnis.
| Regel | Warum ist das wichtig? | So machen Sie es richtig |
|---|---|---|
| 1. Rösten vor dem Mahlen | Ganze Samen (Kreuzkümmel, Koriander, Fenchel) entfalten ihr volles Aroma erst durch Hitze. | Samen ohne Öl in einer Pfanne bei mittlerer Hitze anrösten, bis sie duften. Abkühlen lassen, dann mahlen. |
| 2. Auf die Partikelgröße achten | Wenn feines Pulver und grobe Stücke gemischt werden, entmischt sich alles im Glas. Das Pulver fällt nach unten. | Entweder alles fein mahlen, oder grobe Kräuter und grobes Salz verwenden. Ähnliche Größen bleiben gemischt. |
| 3. Salz als Trägerstoff nutzen | Salz hilft, die ätherischen Öle der Gewürze zu binden und konserviert frische Zutaten. | Wenn Sie eine Würzmischung (mit Salz) machen, reiben Sie die Kräuter leicht in das Salz ein. |
Rezept 1: Der Gemüse-Allrounder
Diese Mischung ist das Arbeitstier in der Küche. Sie passt zu Ofengemüse, Kartoffelspalten, in Suppen oder einfach über ein Spiegelei. Die Basis bildet Paprika, unterstützt von mediterranen Kräutern und einer leichten Zwiebelnote.
- 3 EL Paprikapulver (edelsüß)
- 1 EL Meersalz (mittelgrob)
- 1 EL getrockneter Oregano
- 1 EL getrockneter Rosmarin (im Mörser leicht zerstoßen)
- 1 TL Knoblauchpulver
- 1 TL Zwiebelpulver
- 1/2 TL schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen)
Zubereitung: Alle Zutaten in einem kleinen Schraubglas gut vermischen. Wenn Sie es etwas rauchiger mögen, ersetzen Sie einen Esslöffel des normalen Paprikapulvers durch geräuchertes Paprikapulver (Pimentón de la Vera). Wer nicht selbst mischen möchte, findet eine fein abgestimmte Alternative in unserem Gemüse Allrounder.
Rezept 2: Der Basis BBQ-Rub für Fleisch
Ein "Rub" ist eine trockene Gewürzmischung, die vor dem Grillen oder Braten großzügig in das Fleisch einmassiert wird. Diese Basis-Mischung eignet sich hervorragend für Schwein und Geflügel.
- 2 EL brauner Zucker (sorgt für eine karamellisierte Kruste)
- 2 EL Paprikapulver (edelsüß)
- 1 EL grobes Meersalz
- 1 EL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- 1 TL Knoblauchpulver
- 1 TL Senfpulver (gibt eine leichte Schärfe und Bindung)
- 1/2 TL Kreuzkümmel (vorher geröstet und gemahlen)
Zubereitung: Den braunen Zucker eventuell mit den Fingern etwas zerdrücken, falls er klumpt. Dann alle Zutaten gut vermischen. Der Rub hält sich in einem luftdichten Gefäß problemlos mehrere Monate. Vor der Verwendung das Fleisch leicht einölen und den Rub gleichmäßig andrücken.
Rezept 3: Die scharfe Chili-Knoblauch-Mischung
Für alle, die es gerne feurig mögen. Perfekt für Pasta-Gerichte (Aglio e Olio), auf Pizza oder zum Nachschärfen von Saucen am Tisch. Hier kommt es besonders auf die Qualität der Chiliflocken an.
- 2 EL Chiliflocken (mittelscharf)
- 2 EL getrockneter Knoblauch (als Flocken oder Granulat, kein feines Pulver)
- 1 EL getrocknete Petersilie
- 1 TL grobes Meersalz
Zubereitung: Da hier grobe Flocken verwendet werden, bleibt die Mischung optisch sehr ansprechend. Wenn Sie eine perfekt ausbalancierte Variante ohne Aufwand suchen, empfehlen wir unsere fertige Knoblauch Chili Gewürzmischung.
Richtig lagern: So bleibt das Aroma erhalten
Der größte Feind Ihrer selbstgemachten Gewürzmischungen ist nicht die Zeit, sondern falsche Lagerung. Licht, Hitze und Feuchtigkeit zerstören die ätherischen Öle innerhalb weniger Wochen.
| Faktor | Das Problem | Die Lösung |
|---|---|---|
| Licht | UV-Strahlung bleicht Gewürze aus und zerstört Aromen. Paprika wird grau und fad. | Gewürze im geschlossenen Schrank lagern oder lichtundurchlässige Dosen (Weißblech, Keramik) verwenden. |
| Hitze | Ätherische Öle verflüchtigen sich bei Wärme. | Das Gewürzregal direkt über dem Herd ist der schlechteste Platz in der ganzen Küche. Suchen Sie einen kühlen Ort. |
| Feuchtigkeit | Gewürze verklumpen und können schimmeln. | Niemals direkt aus der Dose in den kochenden Topf streuen! Der aufsteigende Wasserdampf ruiniert die Mischung. Immer einen Löffel benutzen. |
Gewürzmischungen als Geschenk aus der Küche
Selbstgemachte Gewürzmischungen sind ein hervorragendes Mitbringsel. Sie sind persönlich, verbrauchen sich und stehen nicht als Staubfänger im Regal. Füllen Sie die Mischung in kleine Reagenzgläser mit Korken oder in hübsche Mini-Schraubgläser. Ein handgeschriebenes Etikett mit dem Namen der Mischung und einer kurzen Verwendungsempfehlung (z.B. "Perfekt für Ofengemüse") macht das Geschenk komplett.
Fertige Gewürzmischungen entdecken
Keine Zeit zum Selbermischen? Kein Problem. Unsere fertigen Gewürzmischungen werden in Tirol hauseigen abgefüllt – komplett ohne Geschmacksverstärker, Rieselhilfen oder künstliche Aromen. Von der Bolognese-Basis bis zur Bratapfel-Mischung.
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Häufig gestellte Fragen zu Gewürzmischungen
Wie lange sind selbstgemachte Gewürzmischungen haltbar?
Wenn Sie getrocknete Zutaten verwenden und die Mischung kühl, dunkel und trocken lagern, hält sie sich problemlos 6 bis 12 Monate. Sie verdirbt danach nicht, verliert aber spürbar an Aroma. Riechen Sie einfach daran: Wenn der Duft verflogen ist, ist es Zeit für eine neue Mischung.
Warum verklumpen meine Gewürzmischungen?
Das passiert meist durch Feuchtigkeit. Entweder haben Sie die Dose über den dampfenden Topf gehalten, oder die Luftfeuchtigkeit im Raum war zu hoch. Ein Trick: Geben Sie ein paar Reiskörner mit in die Dose. Sie binden die Feuchtigkeit und wirken als natürliche Rieselhilfe.
Kann ich frische Kräuter in meine trockenen Mischungen geben?
Nein. Frische Kräuter enthalten Wasser und würden die gesamte trockene Mischung innerhalb weniger Tage zum Schimmeln bringen. Verwenden Sie für Vorratsmischungen ausschließlich vollständig getrocknete Zutaten. Frische Kräuter eignen sich nur für Pasten (mit Öl) oder Kräuterbutter, die im Kühlschrank gelagert werden.
Was ist der Unterschied zwischen Gewürzmischung und Gewürzzubereitung?
Das ist rechtlich genau definiert. Eine Gewürzmischung besteht ausschließlich aus Gewürzen (z.B. Currypulver). Eine Gewürzzubereitung enthält zusätzlich geschmacksgebende Zutaten wie Salz, Zucker oder Öl, wobei der Gewürzanteil mindestens 60 Prozent betragen muss.
Wie rechne ich ganze Gewürze in gemahlene um?
Das Volumen ändert sich beim Mahlen. Als Faustregel gilt: 1 Teelöffel ganze Samen (wie Kreuzkümmel oder Koriander) ergeben nach dem Mahlen etwa 1,25 bis 1,5 Teelöffel Pulver. Es ist immer besser, nach Gewicht zu mischen, falls Sie eine genaue Waage haben.