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Chili lagern

Chili trocknen & lagern: Alle Methoden im Vergleich, vom Anfänger bis zum Profi

Mal ehrlich: Wer einmal selbst getrocknete Chilis probiert hat, wird die blassen Flocken aus dem Supermarkt nie wieder mit dem gleichen Blick ansehen. Beim Trocknen von Chilis passiert nämlich etwas Faszinierendes: Die Aromen konzentrieren sich, die Schärfe wird intensiver, und es kommen Geschmacksnoten zum Vorschein, die in der frischen Schote noch versteckt waren. Rauchig, fruchtig, fast ein bisschen karamellig. Ob Sie jetzt Ihre eigene Ernte aus dem Garten haltbar machen wollen, endlich Chiliflocken selber machen möchten oder einfach wissen wollen, wie man getrocknete Chilis über Jahre frisch hält, dann finden Sie hier alle Methoden im direkten Vergleich. Mit genauen Temperaturen, ehrlichen Zeitangaben und ein paar Tricks, die wir uns über die Jahre angeeignet haben.

Welche Chilis eignen sich zum Trocknen?

Im Grunde können Sie jede Chili trocknen. Aber manche Sorten machen es einem deutlich leichter als andere. Die Faustregel, die man sich merken sollte: Dünnwandige Chilis trocknen besser als dickwandige. Klingt logisch, wird aber oft vergessen. Sorten wie Cayenne oder Bird's Eye haben wenig Wassergehalt, trocknen schnell und gleichmäßig, und Schimmel ist praktisch kein Thema. Bei dickwandigen Kandidaten wie Jalapeños oder Habaneros sieht das anders aus, denn die stecken voller Feuchtigkeit und brauchen entsprechend länger. Hier empfiehlt es sich, die Schoten vorher zu halbieren.

Unsere Favoriten zum Trocknen: Cayenne, der trocknet fast von alleine und ergibt klassisches Chilipulver. Bird's Eye, klein, dünnwandig, perfekt für Flocken. Poblano, ja, die ist dickwandig, aber traditionell getrocknet wird daraus die berühmte Ancho Chili. Und dann natürlich die Jalapeño: Geräuchert und getrocknet verwandelt sie sich in die legendäre Chipotle. Aber dazu später mehr.

Die richtige Vorbereitung

Egal welche Methode Sie wählen, am Anfang steht immer das Gleiche: Nehmen Sie nur frische, makellose Chilis. Keine mit Druckstellen, keine mit weichen Flecken, keine mit verdächtigen Verfärbungen. Jede beschädigte Stelle ist eine Einladung für Schimmel, und den wollen wir definitiv nicht. Waschen Sie die Schoten kurz unter fließendem Wasser ab und tupfen Sie sie danach wirklich gründlich trocken. Restfeuchtigkeit auf der Oberfläche bremst den ganzen Prozess aus.

Dann stellt sich die Frage: Ganz lassen oder aufschneiden? Bei kleinen, dünnen Chilis wie Cayenne oder Bird's Eye können Sie sich das Schneiden sparen, die trocknen auch im Ganzen wunderbar. Bei allem was größer und fleischiger ist, sollten Sie die Schoten längs halbieren und die Kerne rauskratzen. Das beschleunigt die Trocknung enorm und verhindert, dass sich innen Schimmel bildet, während außen schon alles trocken aussieht. Noch ein Hinweis, den man nicht oft genug wiederholen kann: Handschuhe anziehen! Wer schon mal nach dem Schneiden von Habaneros vergessen hat und sich ins Auge gefasst hat, weiß warum. Das brennt. Wirklich.

Methode 1: Lufttrocknen, so hat es schon die Oma gemacht

Die älteste Methode ist gleichzeitig die schönste. In Mexiko, Ungarn und halb Südostasien hängen seit Jahrhunderten leuchtend rote Chili-Ketten an Hauswänden und Balkonen, sogenannte „Ristras". Und das hat seinen Grund: Es funktioniert einfach. Sie fädeln die Chilis auf einen festen Faden oder dünnen Draht, hängen das Ganze an einen warmen, trockenen Ort mit guter Luftzirkulation. Und dann heißt es warten.

Am besten klappt es bei 20–30 °C und niedriger Luftfeuchtigkeit. Ein sonniger Dachboden, ein überdachter Balkon oder ein Platz neben dem Küchenfenster Richtung Süden, alles prima. Was gar nicht geht: feuchte Keller, geschlossene Schränke oder Räume, in denen die Luft steht. Je nach Sorte und Wetter dauert es 2 bis 4 Wochen. Dünne Cayennes schaffen es manchmal schon in 10 Tagen, bei dickeren Jalapeños kann es auch mal einen Monat dauern.

Was für diese Methode spricht: Sie brauchen null Equipment, verbrauchen keinen Strom, und die Chili-Kette sieht in der Küche auch noch richtig gut aus. Was dagegen spricht: In einem feuchten österreichischen Herbst kann es knifflig werden. Wenn die Luftfeuchtigkeit nicht mitspielt, schimmeln die Chilis, bevor sie trocken sind. Unser Rat: In Österreich funktioniert Lufttrocknen am besten zwischen August und Oktober, da ist die Ernte reif und die Luft meistens noch warm genug.

Methode 2: Backofen, für alle die nicht warten wollen

Keinen Dörrautomat? Keine Geduld für wochelanges Warten? Dann ab in den Backofen. Das ist die schnellste Methode, die ohne Spezialgeräte auskommt. Einfach die vorbereiteten Chilis auf ein Backblech mit Backpapier legen, mit etwas Abstand zueinander damit die Luft zirkulieren kann.

Temperatur: 50–70 °C, Umluft. Mehr nicht. Wer auf 100 °C oder höher geht, trocknet zwar schneller, röstet aber gleichzeitig die ganzen Aromastoffe weg. Und jetzt kommt der Trick, den erstaunlich wenige kennen: Die Backofentür muss einen Spalt offen bleiben. Am einfachsten klemmen Sie einen Holzkochlöffel in die Tür. Warum? Weil die Feuchtigkeit, die aus den Chilis austritt, irgendwo hin muss. Bleibt die Tür zu, kondensiert das Wasser im Ofen und Sie dämpfen Ihre Chilis, statt sie zu trocknen. Kein gutes Ergebnis. Rechnen Sie mit 4 bis 8 Stunden und drehen Sie die Chilis alle ein bis zwei Stunden um.

Der Backofen ist praktisch und schnell, hat aber einen offensichtlichen Nachteil: Er läuft stundenlang und verbraucht entsprechend Strom. Ein kleiner Spartipp: Wenn Sie ohnehin gerade gebacken oder gekocht haben, schieben Sie die Chilis einfach in den ausgeschalteten, noch warmen Ofen. Mit der Restwärme kommen Sie schon ein gutes Stück weit.

Drei Methoden zum Chili trocknen nebeneinander: Frische Chilis auf einem Gitterrost zum Lufttrocknen, Chilis auf einem Backblech für den Backofen und ein Dörrautomat mit mehreren Etagen voller Chilis

Methode 3: Dörrautomat, einmal kaufen, immer nutzen

Wer regelmäßig Chilis trocknet oder es vorhat, der sollte sich ernsthaft einen Dörrautomat zulegen. Kein anderes Gerät liefert so gleichmäßige Ergebnisse bei so wenig Aufwand. Die Dinger arbeiten mit kontrollierter Warmluft bei niedriger Temperatur und gleichmäßiger Zirkulation. Genau das, was Chilis brauchen.

Die Bedienung ist denkbar simpel: Chilis auf die Gitter legen, Abstand lassen, 50–60 °C einstellen, einschalten, fertig. Höher als 60 °C sollte man nicht gehen, weil die ätherischen Öle, die für das Aroma verantwortlich sind, verdampfen sonst. Dünnwandige Sorten brauchen 8 bis 12 Stunden, dickwandige 12 bis 24 Stunden. Das Schöne daran: Sie können das Gerät abends einschalten und morgens sind die Chilis fertig. Kein Umdrehen, kein Kontrollieren, kein Backofentür-Aufhalten.

Ja, ein Dörrautomat kostet Geld, brauchbare Geräte gibt es ab etwa 40 bis 80 Euro. Aber er lohnt sich nicht nur für Chilis. Kräuter, Tomaten, Pilze, Apfelringe, alles lässt sich damit trocknen. Wer einmal angefangen hat, hört nicht mehr auf. Versprochen.

Methode 4: Räuchern, so wird aus einer Jalapeño eine Chipotle

Jetzt wird es spannend. Das Räuchern ist die Königsdisziplin unter den Trocknungsmethoden und gleichzeitig die Methode, die aus einer stinknormalen Jalapeño die weltberühmte Chipotle macht. Hier wird nicht nur getrocknet, sondern gleichzeitig Raucharoma in die Schote gezogen. Das verändert den Geschmack komplett.

In Mexiko räuchert man Jalapeños traditionell in gemauerten Kammern über Mesquite- oder Pekanholz bei 60 bis 80 °C, mehrere Tage lang. Für zu Hause reicht ein Kugelgrill oder Smoker: Chilis halbiert auf den Rost, eingeweichte Holzchips (Hickory, Mesquite oder Apfelholz) auf die Kohle, Deckel drauf, und dann bei niedriger Temperatur 4 bis 6 Stunden räuchern. Danach im Dörrautomat oder Backofen fertig trocknen, weil die Chilis nach dem Räuchern allein meist noch nicht trocken genug sind.

Zugegeben: Das ist aufwendig. Man braucht einen Grill, Holzchips, Zeit und ein bisschen Erfahrung. Aber das Ergebnis ist es wert, denn dieses tiefe, rauchige Aroma bekommt man durch keine andere Methode hin. Wer den Geschmack liebt, aber den Aufwand scheut: Unsere fertige Chipotle Chili bringt genau dieses authentische Raucharoma mit, ganz ohne dass Sie den Grill anwerfen müssen.

Methode 5: Einlegen in Öl oder Essig

Okay, streng genommen ist das keine Trocknungsmethode. Aber das Einlegen gehört zum Thema „Chilis haltbar machen" einfach dazu, und es wäre schade, es hier wegzulassen. Beim Einlegen in Öl werden die Chilis luftdicht konserviert, und als Bonus entsteht ein fantastisches Chili-Öl, das Sie zum Kochen und Verfeinern verwenden können.

So geht's: Chilis waschen, trocknen, in Ringe schneiden oder halbieren, in ein sauberes Glas schichten und komplett mit gutem Olivenöl oder neutralem Pflanzenöl übergießen. Wer mag, gibt noch ein paar Knoblauchzehen, Lorbeerblätter oder Pfefferkörner dazu. Im Kühlschrank hält das 3 bis 6 Monate. Für die Essig-Variante kochen Sie einen Sud aus Wasser, Weißweinessig, Salz und etwas Zucker auf, füllen die Chilis in Gläser und übergießen sie heiß. So eingelegt halten sie sogar bis zu einem Jahr. Wer sich für die Öl-Variante begeistert, findet in unserem Artikel Chili-Öl selber machen eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Chiliflocken selber machen, so einfach geht's

Wenn Ihre Chilis fertig getrocknet sind, kommt der befriedigendste Teil: Chiliflocken selber machen. Und glauben Sie uns, das Ergebnis hat mit den blassen Flocken aus dem Gewürzregal im Supermarkt ungefähr so viel gemeinsam wie frisch gemahlener Kaffee mit löslichem Pulver. Die Farbe ist leuchtender, das Aroma intensiver, und die Schärfe können Sie selbst bestimmen.

Die simpelste Methode: Getrocknete Chilis in einen Gefrierbeutel geben und mit dem Nudelholz drüberrollen. Fertig. Für gleichmäßigere Flocken brechen Sie die Chilis erst grob mit den Händen und geben sie dann für 2 bis 3 kurze Pulse in den Standmixer oder die Gewürzmühle. Nicht zu lange mixen, sonst wird Pulver draus, und das wollen wir ja erst im nächsten Schritt. Und ganz wichtig: Deckel nicht sofort öffnen! Das aufgewirbelte Capsaicin-Pulver in der Luft ist kein Spaß. Augen tränen, Nase brennt, Hustenanfall garantiert. Einfach ein, zwei Minuten warten, bis sich alles gesetzt hat.

Noch ein Tipp, den viele nicht kennen: Die Schärfe Ihrer Flocken können Sie ganz gezielt steuern. Die Kerne und das weiße Innenhäutchen, also die sogenannte Plazenta, enthalten den Großteil des Capsaicins. Wer mildere Flocken will, entfernt beides vor dem Zerkleinern. Wer es richtig scharf mag, lässt alles drin. So einfach ist das. Mehr über die Wissenschaft hinter der Schärfe erfahren Sie übrigens in unserem Scoville-Skala Ratgeber.

Chilipulver herstellen

Für feines Chilipulver mahlen Sie einfach weiter, bis aus den Flocken ein gleichmäßiges Pulver geworden ist. Eine elektrische Gewürzmühle funktioniert am besten, aber auch ein Hochleistungsmixer oder eine Kaffeemühle tun ihren Dienst. Die Kaffeemühle sollten Sie dann allerdings nur noch für Gewürze verwenden, es sei denn Sie mögen Chili-Kaffee.

Der große Vorteil gegenüber gekauftem Chilipulver: Sie wissen genau, was drin ist. Nämlich 100 % Chili und sonst nichts. Viele kommerzielle Produkte, besonders aus den USA, mischen Kreuzkümmel, Knoblauchpulver, Oregano oder sogar Salz unter. Das kann man mögen, aber es ist eben kein reines Chilipulver. Besonders spannend wird es, wenn Sie anfangen, verschiedene Sorten zu mischen. Unser Lieblings-Blend: 50 % Ancho für die Tiefe, 30 % Guajillo für Fruchtigkeit und 20 % Cayenne für den Kick. Probieren Sie es aus, Sie werden überrascht sein, wie viel besser das schmeckt als alles, was man fertig kaufen kann.

Selbstgemachte Chiliflocken in einem Steinmörser, daneben Gläser mit Chilipulver und Chiliflocken, umgeben von ganzen getrockneten Chilis

Richtig lagern: So bleiben getrocknete Chilis jahrelang gut

Die ganze Arbeit mit dem Trocknen bringt wenig, wenn die Lagerung nicht passt. Getrocknete Chilis haben im Wesentlichen drei Feinde: Feuchtigkeit, Licht und Sauerstoff. Wer diese drei im Griff hat, kann seine Chilis problemlos ein bis zwei Jahre aufbewahren. Flocken und Pulver halten bei guter Lagerung sogar noch länger, sie verlieren irgendwann etwas an Intensität, sind aber keineswegs schlecht.

Am besten füllen Sie alles in luftdichte Gläser, zum Beispiel Schraubgläser, Einmachgläser mit Gummidichtung oder vakuumversiegelte Beutel. Plastikdosen sind weniger ideal, weil sie Gerüche aufnehmen und auch wieder abgeben. Stellen Sie die Gläser in einen Küchenschrank oder eine Speisekammer. Nicht neben den Herd, da ist es warm und feucht vom Kochen. Und nicht auf die Fensterbank, denn UV-Licht baut Farbe und Aroma ab. Das ist übrigens der Grund, warum Gewürze in dunklen Gläsern oder Dosen besser aufgehoben sind als in durchsichtigen.

Und woran merkt man, ob die Chilis noch gut sind? Frisch getrocknete Chilis haben eine satte Farbe, riechen kräftig und brechen mit einem deutlichen Knacken, wenn man sie biegt. Lassen sie sich gummiartig biegen, ohne zu brechen, sind sie nicht trocken genug und sollten nochmal nachgetrocknet werden. Riechen sie muffig oder zeigen Verfärbungen und Schimmelspuren, weg damit. Im Zweifelsfall gilt: Lieber zu trocken als zu feucht.

Lieber fertig kaufen? Kein Problem.

Nicht jeder hat die Zeit, den Platz oder die Lust, Chilis selbst zu trocknen, und das ist völlig okay. Bei reinsalz.at finden Sie handverlesene, schonend getrocknete Premium-Chilis: von der mild-aromatischen Ancho über die rauchige Chipotle bis zur feurigen Bird's Eye. Naturbelassen, ohne Zusätze, unter optimalen Bedingungen getrocknet und verpackt.

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Über 15.000 zufriedene Kunden | 4,87 von 5 Sternen

Viel Freude beim Trocknen, Würzen und Genießen!

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