Warum selbst unbehandeltes Meersalz kein „reines Naturprodukt“ ist!

Die Tatsache, dass unsere Weltmeere bedauerlicherweise verheerend verschmutzt und zugemüllt sind, ist seit Langem eine unübersehbare Tatsache und immer wieder Thema in den unterschiedlichsten Medien. Längst ist nicht mehr zu verleugnen: Unsere Meere sind zu Müllhalden der Menschheit geworden!

Meersalz

So berichtete die Süddeutsche Zeitung im Mai 2011 von bis zu 100.000 Müllstücken, welche mit dem bloßen Auge zu sehen sind und sich auf einer Fläche von etwa einem Quadratkilometer am Meeresboden befinden. Meeresbiologen befürchten zudem, dass sich v. a. jene Teile, welche aus Plastik bestehen, weder biologisch noch chemisch gänzlich auflösen, sondern vielmehr in immer kleinere Stückchen zerrieben werden. So werden sie zwar nicht mehr gesehen, sie schwimmen aber dennoch in rauen Mengen in den Weltmeeren umher.

So erobern sie nicht nur unsere Meere und verunreinigen das Wasser, sondern sie setzen sich auch in den Körpern aller Meeresbewohner (die Verdauungsorgane und die Kiemen der Fische und sogar in die Körperzellen von Weichtieren) fest und verseuchen unsere Strände (jedes zehnte Sandkörnchen an britischen Stränden stellte sich als Miniplastikteilchen heraus!).

Nun ist es Forschern der East China Normal University in Shanghai/China gelungen, in einer neuen Studie zu zeigen, was ohnehin in logischer Konsequenz zu vermuten war. Und zwar, dass sich diese Mikroplastikpartikel (etwa 0,001 bis 5 mm groß) zu einem signifikant höheren Anteil in Meersalzen befinden als in allen anderen Salzsorten. Kein Wunder, denn Meersalz wird durch das Verdunsten von Meerwasser gewonnen, welches wie gesagt voll von Plastikpartikeln ist.

Untersucht wurden in dieser Studie 15 herkömmliche Salzsorten aus Supermärkten aus ganz China. Diese Salze wurden in drei Kategorien unterteilt: Meersalze, Steinsalze und Solesalze. Mikroplastikpartikel wurden bedauerlicherweise in jeder der 15 Salzsorten gefunden. Mit 550 bis 681 Partikeln je Kilogramm Salz am stärksten verunreinigt waren wie zu erwarten die Salze aus dem Meer. In dem aus Sole gewonnenen Salz befanden sich deutlich weniger Plastikteilchen, aber immerhin noch 43 bis 364 pro Kilogramm Salz. Am Besten schnitten in dieser Studie die Steinsalze aus Bergwerken ab, mit 7 bis 204 Partikeln per Kilogramm.

Die Menge an Mikroplastikpartikel in den Meersalzen war signifikant höher als in den Solesalzen und in den Steinsalzen.

Diese Ergebnisse sollten Grund genug sein, selbst unbehandeltes Meersalz nicht mehr als „reines Natursalz“ bzw. „reines Naturprodukt“ zu bezeichnen. Denn sowohl das Wort „rein“ als auch das Wort „Natur“ wirken in diesem Kontext schlichtweg unglaubwürdig …

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